Ob bewusst oder nicht- die meisten Sammler haben über ihre Briefkästen schon lange direkten Kontakt mit Hybridpost. Große Firmen (Telekom, GEZ, ...) versenden große Teile  ihrer Massen- Post auf elektronischem Wege (per Datenfernüber- tragung/ DFÜ, also auch über das Internet) an Druckzentren der Deutschen Post AG/ Geschäftsbereich PrintCom, wo die Dateien auf Papier gebracht, kuvertiert und versandt werden. Diese Mischform aus elektronischer und traditioneller Post wird als Hybridpost bezeichnet.

Sammelnswert und philatelistisch auswertbar sind bisher die Gebühr- bezahlt- Eindrucke auf den Kuverts- ein nicht gerade berauschendes Sammelerlebnis.

Viele Postverwaltungen bieten inzwischen weltweit den Ausdruck und Versand von Briefen an. Zwei Beispiele aus Südamerika sollen belegen, dass auch Thematiker durchaus anderenorts fündig werden können. 

Grafisch attraktiv gestaltetes Kuvert der Post Uruguays.  Der Versand hybrider Briefe erfolgt generell per Einschreiben.  Der "CORREO net" - Eindruck darf als Freimachungsvermerk verstanden werden. Der Fensterumschlag ist daher vom Charakter eine Ganzsache und lässt sich thematisch auswerten (Thema Buchdruck, Literatur).

Nicht weniger ansehenswert ist Brasiliens Weltbrief (Carta Mundial), ebenfalls als Einschreiben versandt. Neben einem eindeutigen Gebühr-bezahlt- Eindruck (TAXA PAGA/ POSTAGE PAID) wurde im Unterschied zur Ganzsache aus Uruguay durch die Post hier auch der Empfänger (und rückseitig der Absender) ausgedruckt- ein Aspekt, der für die Thematiker durchaus Konsequenzen haben kann.

Für thematische Sammlungen bleibt die Auswahl an aussagekräftigem Material bei der Briefpost begrenzt.  Anders sieht das bei hybriden Postkarten aus. Derzeit bieten nur relativ wenige Postverwaltungen das Produkt unter verschiedenen Namen an. Natürlich hatte man  bei der Etablierung dieser Angebote wieder die Großkunden im Visier, die mit attraktiven Werbeaktionen auf ihre Kunden zugehen können (dazu bietet die Post häufig auch noch ihre Kundendateien gegen Entgelt an).  Aber auch der das Internet nutzende Normalverbraucher gehört zur Zielgruppe.  Nur nebenbei sei bemerkt, dass die "digitale Euphorie" realistischeren Einschätzungen weichen musste: So konnte man dann erstaunt in der Werbung lesen, wie die Kunden sich doch freuen würden, wenn sie anstatt einer Werbe- Email oder rein elektronsichen Grußkarte eine richtige Postkarte in den Händen halten würden.

Schon bald erkannten Postverwaltungen (und Unternehmen) den Nutzen. Österreich lieferte hier einige Beispiele, wobei bei diesen frühen Aktionen in der Regel auf fertige Postkarten separat der per Internet übermittelte Text  aufgedruckt wurde.

Eine Ganzsache wurde also im Nachgang mit einem zusätzlichen Text versehen- die übliche Nutzung von Postkarten, nur dass jetzt die elektronische Datenübertragung dazu kam.        

Vorläufer des heute in Österreich nicht mehr überraschenden Sponsorings durch Unternehmen: gemeinsame Aktion von Post & Telekom Austria und dem bekannten Versandhaus
 

© Thomas Lippert